Small Cute Yellow Pointer °Convallaria°s Bücherblog: [Buch] "Tote Mädchen lügen nicht" von Jay Asher

Samstag, 26. März 2011

[Buch] "Tote Mädchen lügen nicht" von Jay Asher

Clay ist schockiert, als er die erste Kassette (von sieben Stück) abspielt und die Stimme von Hannah Baker vernimmt. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich geschwärmt hat. Hannah, die vor zwei Wochen Suizid begangen hat. Auf den Kassetten erfährt er, wie es soweit kommen konnte und was sie zu diesem fürchterlichen Schritt veranlasst hat. Dass es Menschen gibt  - die er zum Teil gut kennt -  die mit ihren mehr oder weniger schweren Taten dafür gesorgt haben, dass Hannah ihr junges Leben aus freien Stücken selbst beendet. Auf jeder Kassettenseite widmet sich Hannah einer dieser Personen… und Clay ist eine davon.

Bei dem Buch „Tote Mädchen lügen nicht“, handelt es sich um eine Klappenbroschur. Das Buch liegt trotz seiner Größe gut in der Hand. Die Schrift ist dementsprechend angenehm groß. Da ich den Roman überwiegend nachts gelesen habe, lassen meine Augen infolgedessen danken. Es gibt einen Prolog, 15 Kapitel und einen Epilog. Die Kapitel sind in die Überschriften „Kassette 1: Seite A, Kassette 1: Seite B usw.“ gegliedert. Hier hat sich auch der erste Fehlerteufel eingeschlichen. Im Klappentext heißt es, dass Clay dreizehn Kassetten zugeschickt bekommt. Es sind aber nur sieben Kassetten die beidseitig besprochen sind.
Die Hauptpersonen in diesem Buch sind Clay, der die Kassetten zugeschickt bekommen hat und sie sich nun anhört und Hannah, die diese Kassetten aufgenommen hat und nun wie einen Kettenbrief weiterschicken lässt.
Clay hört eine Kassette nach der anderen, weil er unbedingt wissen will, warum er an Hannahs Selbstmord mitschuldig sein soll. Er ist sich keiner Schuld bewusst. Beim Hören beschreitet er zwei Wege. Zum einen, wandert er durch die Stadt und sucht Orte auf, die Hannah bei einer Karte als wichtig für ihre Geschichte markiert hat. Zum anderen lässt Hannah durch ihre Erzählungen ein anderes Licht auf sich und auf die gemeinsamen Schulkameraden fallen. Mit jeder Kassette ergibt alles immer mehr einen Sinn und Zusammenhang und Clay, obwohl er das Ende kennt, würde nichts lieber tun als Hannah aufzuhalten.
Tote Mädchen lügen nicht“ behandelt Themen wie Mobbing, Lügen und sogar Vergewaltigung.

Ich bin zwiegespalten. Einerseits, habe ich in letzter Zeit kein Buch so zügig ausgelesen wie diesen Roman (weil er so sehr gefesselt hat). Andererseits bin ich mit der Umsetzung nicht so ganz zufrieden.  Die ganzen kleinen und großen Begebenheiten, die zu Hannahs Selbstmord führten, waren zum Teil nicht nachvollziehbar. Natürlich ist das was ihr passiert ist, alles ganz furchtbar und grausam, aber für mich nicht unbedingt ein Grund gleich sein Leben zu beenden. Hannah konzentriert sich zu sehr auf die Schuld von den Anderen, geht aber nicht gerade selbstkritisch mit sich um. Oft hätte sie was unternehmen können, um den Teufelskreis zu durchbrechen.
Vielleicht bin ich auch schon zu alt für dieses, als Jugendbuch gekennzeichnete Werk, aber andererseits; auch Erwachsene müssen sich mit diesen Problemen herumschlagen.
Ob es einen für die Zeichen eines suizidgefährdeten Menschen sensibler macht? Wer weiß…
Enttäuscht, war ich auch von der schon angesprochenen Schludrigkeit beim Klappentext. Auch wenn es nur eine Kleinigkeit - im Sinne von nicht so wichtig - ist, verlässt sich der Verbraucher doch auf das was er dort liest, um abzuwägen, ob das Buch auch was für seinen Geschmack ist.
Ich hätte mir einfach mehr von diesem Buch erwartet.




Genre: Jugendbuch, Drama
Taschenbuch, cbt Jugendbuch, Deutsche Erstausgabe Oktober 2010
Originaltitel: "Thirteen reasons why"
ISBN 9783570307342, 283 Seiten, Preis € 9,99

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